Die Strecke


Informationen zu Umgebung und Geschichte der Lokalbahn Endorf-Obing


 Streckenkarte Bad Endorf Halfing Amerang Obing

Für nähere Infos und Tipps zu den einzelnen Orten entlang der Strecke klicken Sie bitte auf die Ortsnamen in der Karte.


Wie alles begann

Mitten in der Glanzzeit des Nebenbahnbaus Ende des 19. Jahrhunderts wurde erstmals vorgeschlagen, den nordwestlichen Chiemgau durch eine Eisenbahn zu erschließen. Dies sollte insbesondere der örtlichen Holz- und Torfwirtschaft zugutekommen. Während Endorf und Obing als Ausgangspunkte von Anfang an feststanden, wurde über den Verlauf dazwischen noch länger gestritten; unter anderem wurde vorgeschlagen, die Trasse über Eggstätt, mitten durch die Hemhofer Seenplatte, zu führen!
Schließlich setzten sich aber doch Halfing, Amerang und Pittenhart durch und bekamen so im Jahre 1908 „ihre“ Eisenbahn: Am 15. Oktober diesen Jahres wurde die Königlich Bayerische Vizinalbahn Endorf Obb. – Obing von der ebenso Königlich Bayerischen Staatsbahn eröffnet.

Aufschwung und Niedergang

Nie konnte sich die Strecke durch eine trotz der Unterordnung überregionale Bedeutung oder betriebliche Besonderheiten hervortun, wie es zum Beispiel bei der Königsseebahn der Fall war. Sie wurde hauptsächlich von der Wohnbevölkerung, Ausflüglern und dem Torfstich bei Pittenhart genutzt. Nie konnte sie außergewöhnlich hohe Fahrgastzahlen aufweisen, aber es genügte, um sie wirtschaftlich betreiben zu können!
Gut ein halbes Jahrhundert lang wuchs das Verkehrsaufkommen proportional zur Bevölkerung. Doch ab Mitte der 50er Jahre brach es ein. Schuld daran war der aufstrebende Individualkraftverkehr, der der Eisenbahn immer mehr den Platz streitig machte. Außerdem war der Torfabbau zwischenzeitlich eingestellt worden –da half auch der Schienenbus nicht mehr. Schon relativ früh wurde der Personenverkehr zum 26. Mai 1968 eingestellt.

Rettungsversuche

Wirklich stillgelegt wurde die Eisenbahn mit der Streckennummer 5705 nie. Für einen bescheidenen Güterverkehr, unter anderem zu einem Obinger Schrotthändler, wurde sie von der Bundesbahn weiterhin betriebsbereit gehalten. Doch 1996 war auch damit Schluss.
Das rief das Bayerische Eisenbahnmuseum auf den Plan, das einen Ausflugsverkehr mit Dampfzügen aufnehmen wollte, jedoch nicht gelassen wurde und die Lokalbahn schließlich dem Verfall preisgegeben wurde –aber immer noch nicht endgültig stillgelegt!

Geglückt!

Doch schafft’s der Altbewährte nicht, schafft’s vielleicht der Neue! Ab dem Jahr 2004 wurde die Strecke von uns, dem Chiemgauer Lokalbahn e.V., Schritt für Schritt wieder betriebsbereit gemacht. In vielen vorwiegend ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurden die Überwucherung zurückgedrängt, die Bahnsteiganlagen rekonstruiert, die Verkehrssicherung wieder instandgesetzt, der ganze Papierkram erledigt…
Nach der Gründung einer eigenen Betreibergesellschaft konnte schließlich am 1. Juli 2006 der Verkehr feierlich wiedereröffnet werden. Seitdem ist der LEO im lokalen Bewusstsein und dem der Eisenbahnfreunde wieder fest verankert. Und zeigt sich dabei trotz allem sehr wohl zukunftsfähig.